DAS KLIMATEAM UND SEINE AUFGABEN
Das Klimateam

Motor bei der Umsetzung des EEA-Programmes in der Gemeinde ist das sogenannte Klimateam. Dieses setzt sich neben einem, für die Koordination zuständigen, qualifizierten Klimaberater, nach Wunsch der Gemeinde ebenfalls aus politischen und administrativen Kommunalvertretern, Akteuren der Privatwirtschaft, Bürgern und Sachexperten zusammen.

Die Aufgabe des Klimateams liegt beginnend in der systematischen Ist-Analyse und Bewertung der bisherigen Erfolge der Gemeinde in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien (EEA-Maßnahmenkatalog). Hierauf folgt das Erstellen eines kurz-, mittel- und langfristigen energiepolitischen Arbeitsprogrammes, welches die Umsetzung von konkreten Maßnahmen für künftige Verbesserungen vorsieht.

Die Kommune verwirklicht die Arbeitsprogramme und begleitet diesen Prozess durch jährliche Erfolgskontrollen, bei denen die erzielten Fortschritte festgestellt werden.

Das Garnicher Klimateam besteht neben dem externen Klimaberater aus politischen Vertretern (Bürgermeister Georges Fohl, Schöffen Nico Biver und Patrick Lux), Mitarbeitern der Verwaltung bzw. des technischen Dienstes (Marc Arend – technischer Dienst, François Meisch – Sekretariat) sowie Vertretern der „klimarelevanten“ Gemeinde-Kommissionen, die gleichzeitig Bürger, Sachexperten und Vertreter der Wirtschaft darstellen (Steve Jungen – Nachhaltigkeitskommission, Jo Buekens – Nachhaltigkeitskommission, Arsène Muller – Infrastrukturkommission, Pol Koppes – Infrastrukturkommission).

Der EEA-Maßnahmenkatalog

Grundlage zur Erstellung und Verwirklichung der energiepolitischen Arbeitsprogramme ist ein 79 Punkte führender Maßnahmenkatalog mit konkreten Handlungsansätzen in den Bereichen:

·         Entwicklungsplanung und Raumordnung

·         Kommunale Gebäude und Anlagen

·         Versorgung und Entsorgung

·         Mobilität

·         Interne Organisation

·         Kommunikation und Kooperation

Anhand dieses Kataloges werden die geleisteten Arbeiten der teilnehmenden Gemeinden bewertet.

Die Gemeinde Garnich hat eine erste Bestandsaufnahme durchgeführt und Anfang Oktober 2015 abgeschlossen. Eine Bewertung der Ergebnisse der darin dokumentierten klimarelevanten Arbeiten der Gemeinde wird in einem für Ende 2015 geplanten Audit erfolgen.

Maßnahmenkatalog zum download

Das Klimaleitbild

Das Klimaleitbild soll die Positionierung einer Gemeinde zu den Themenbereichen Energiepolitik und Klimaschutz beschreiben. Darin werden Ziele, Maßnahmen und Projekte formuliert, durch die eine nachhaltige Energiewirtschaft angestrebt wird. Abgestimmt auf die Potenziale und die erwartete demographische Entwicklung wurden Zielstellungen entwickelt, wobei „Nachhaltigkeit“ das wichtigste Kriterium allen Handelns darstellt.

Das Leitbild soll im Wirkungsbereich der Gemeinde eine verpflichtende Umsetzung erreichen. Darüber hinaus soll es eine Vorbildfunktion ausüben, die von den Bürgerinnen und Bürgern sowie der kommunalen Wirtschaft positiv aufgenommen und mitgetragen wird.

In einem Soll-Ist-Vergleich sind die einzelnen Handlungsfelder, die mit dem EEA-Maßnahmenkatalog korrespondieren, im Bezug auf die Zielsetzung und Zielerreichung periodisch zu überprüfen (quantitativ und qualitativ), um eine Kontrolle des eigenen Handelns bezüglich der Zielerreichung zu dokumentieren und bei Bedarf nachzusteuern.

Grundlage des Klimaschutzes der Gemeinde Garnich ist das Leitbild Klimaschutz, das Ende September 2015 in Kraft gesetzt wurde.

Als herausragende Aufgabe des 21. Jahrhunderts soll Klimaschutz somit in allen Bereichen der Gemeinde als gemein­sames dauerhaftes Ziel verfolgt werden. Die Gemeinde kommt damit ihrer Vorsorge für die globalen natürlichen Lebensgrundlagen und für die nachhaltige Versorgung der Kommune mit Energie nach und will somit ihren Beitrag zur Minderung der CO2 –Emissionen leisten.

Prioritäre Handlungsfelder für den Klimaschutz in Garnich sind die Bereiche Mobilität und Energie. Die Gemeinde möchte hier zusammen mit ihrer Verwaltung, den beratenden Kom­missionen und den Gemeindearbeitern eine Vorbildfunktion übernehmen. Mittelfristig strebt die Gemeinde Garnich eine Energieautarkie in dem Sinne an, dass mindestens die selbst benötigte Menge an Energie auch in Garnich oder in ihrem Einflussbereich auf Basis erneuerbarer Energien erzeugt wird.

Leitbild zum download

Das Arbeitsprogramm

Die im Leitbild (das periodisch überprüft und gegebenenfalls adaptiert werden soll) definierten qualitativen und quantitativen Einzelziele sind strategischer Art. Während dort Handlungsschwerpunkte beschrieben werden, die sich die Gemeinde setzt, werden im Aktivitätenprogramm konkrete Leitprojekte definiert, deren Umsetzung entweder bereits läuft oder die zu einem klar definierten späteren Zeitpunkt starten sollen. Die Erarbeitung von Aktivitäten und Projekten des Klimaschutzkonzepts der Gemeinde wird vom Klimateam vorbereitet. Neben der gezielten Einbindung zentraler Schlüsselakteure und Multiplikatoren werden nach und nach alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, sich aktiv einzubringen.

Ein erstes Aktivitäten- bzw. Arbeitsprogramm für die Gemeinde Garnich wurde vom Klimateam erstellt (Februar 2015), wobei sich der Fokus zu Beginn der Klimapaktarbeiten auf eine profunde Bestandsaufnahme und –analyse richtete. Allerdings wurde bei den Datenrecherchen bereits erste Sofortmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden getroffen, um offensichtliche Missstände schnellstmöglich beseitigen zu können (Ersetzen defekter Leuchtmittel durch LED-Sparlampen, Installierung von zusätzlichen Stromzählern, nutzeroptimierte Programmierung der Heizanlagen etc.). Auch wurden in der Endphase der Bestandsaufnahme erste konkrete Aktionen geplant und umgesetzt (Schaffung von Fahrradstellplätzen an wichtigen öffentlichen Gebäuden/Bushaltestellen, Erstauflage eines kommunalen Subsidienprogramms für Privathaushalte etc.)

Weitere Ideen und Ansätze sind vorhanden, sie werden nach der ersten jährlichen Validierung des Aktivitätenplans (Februar/ März 2016) auf eine konkrete Umsetzung geprüft. Dabei werden die Bevölkerung bzw. bestimmte lokale Gruppen aktiv eingebunden, was z.T. durch erste Gespräche mit den lokalen Bürgervereinen sowie dem Lehrpersonal der Primärschule schon begonnen hat.

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